Kapitalabfindung oder Rente bei Schmerzensgeld

Wahl zwischen einmaligem Schmerzensgeld und monatlicher Rente

Gerade bei schweren Verkehrsunfällen mit erheblichen Verletzungen des Geschädigten kann es um einen finanziellen Rahmen gehen, der die wirtschaftliche Existenz eines Unfallopfers gefährden kann. Man denke insbesondere an die Fälle, in denen eine Berufstätigkeit über einen längeren Zeitraum nicht oder nur eingeschränkt ausgeführt werden kann. Die ersten sechs Wochen zahlt in der Regel der Arbeitgeber, danach zahlt die Krankenkasse - jedoch nicht das volle Gehalt, sondern nur das geringere Krankengeld, welches 70 % des regelmäßigen Bruttoentgelts ausmacht.
Das Unfallopfer gerät somit schnell in eine Situation, in der die laufenden monatlichen Kosten nicht mehr vollständig gedeckt werden können. Diese Situation nutzen leider zahlreiche Versicherer aus und spielen auf Zeit, d.h. regulieren weder den entgangenen Verdienstausfall noch ein Schmerzensgeld.

Was tun bei einer verzögerten Regulierung durch die Haftpflichtversicherung?

In einer solchen Situation gilt es rasch zu handeln. Die Bezifferung des entgangenen Verdienstes ist in der Regel nicht sonderlich kompliziert. Schwieriger ist die Bezifferung des angemessenen Schmerzensgeldes.
Beim Schmerzensgeld bieten sich 2 Varianten an: entweder eine einmalige Zahlung oder eine monatliche Rente. Eine monatliche Rente ist nur bei erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu gewähren. Einige Gerichte sprechen eine monatliche Rente erst ab einer dauerhaften Erwerbsminderung (mdE) von 40 % zu.
In allen anderen Fällen ist nur eine einmalige Zahlung möglich, wobei in vielen Fällen von den Versicherern auch Vorschüsse gezahlt werden. Gerade bei zu erwartendem langwierigem Heilungsverlauf sollte der eigene Anwalt einen Vorschuss auf das Schmerzensgeld bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung einfordern.
Gerade bei einer einmaligen Zahlung fordert die Versicherung in vielen Fällen einen sogenannten Abfindungsvergleich. Mit diesem Vergleich sind Folgeschäden, die in Zukunft entstehen, abgegolten. Wer also einen Abfindungsvergleich zur Unterschrift vorgelegt bekommt, sollte unbedingt darauf achten, dass er hiermit auf alle zukünftigen Ansprüche verzichtet. Die Entscheidung sollte daher nur nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten und dem eigenen Rechtsanwalt erfolgen.
Wir haben in unserer Kanzlei in Heidelberg bereits viele Unfallopfer vertreten und können auch Ihre Interessen vertreten, wenn Sie einen Verkehrsunfall erlitten haben.


Eingestellt am 29.02.2016 von Andreas Ernst Forsthoff
Trackback

Kommentar hinzufügen:

Ihr Kommentar wird nach Überprüfung veröffentlicht.
Ihre persönlichen Daten werden nicht angezeigt.
Ihr Name:
Ihr Kommentar:
Registrieren: E-Mail Benachrichtigung bei neuen Kommentaren.
Registrierte Nutzer können Benachrichtigungen per Email
anfordern, unseren Newsletter abonnieren und weitere
Informationen erhalten.
Spamschutz: Bitte geben Sie die Zeichen auf dem Bild ein.
Neu laden

Wie viele Zeichen befinden sich im Bild?


Bewertung: 0,0 bei 0 Bewertungen.
Wie hilfreich fanden Sie diese Informationen?
(1=wenig hilfreich, 5=sehr hilfreich)