MPU Heidelberg

Rechtsanwalt A. Forsthoff
Für die meisten Verkehrsteilnehmer am unangenehmsten ist die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung, kurz MPU oder auch „Idiotentest“ genannt. Auch wenn vielfach der Glaube vorherrscht, dass eine MPU nur in Bezug auf Alkoholmissbrauch angeordnet wird, kann es hierfür viel mehr Ursachen haben. Eine MPU wird aus folgenden Anlässen angeordnet:
  • Entziehung einer Fahrerlaubnis auf Probe
  • Entziehung einer Fahrerlaubnis wegen Erreichens von 18 Punkten im Verkehrszentralregister
  • Entziehung einer Fahrerlaubnis im Zusammenhang mit der Einnahme von Alkohol oder Betäubungsmitteln
  • Umstände im Zusammenhang mit der körperlichen oder geistigen Eignung.
Grundlegend regelt § 2 Abs. 4 StVG im Zusammenhang mit der MPU:

„Geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist, wer die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze verstoßen hat.“
Zentraler Begriff im Bereich des Fahrerlaubnisrechts ist somit die „Eignung.“ Sofern die Eignung nicht vorliegt, wird erst gar keine Fahrerlaubnis erteilt. Fällt die Eignung nachträglich weg, wird eine bestehende Fahrerlaubnis entzogen. Die MPU dient dabei der Fahrerlaubnisbehörde als Grundlage für die Entscheidung, ob im konkreten Falle eine Eignung vorliegt oder ob Eignungsmängel bestehen.
Gegen die Anordnung der MPU ist noch kein Rechtsmittel möglich. Die MPU hat der Betroffene vielmehr über sich ergehen zu lassen. Dabei besteht die MPU aus einem medizinischen und einem psychologischem Teil und dauert regelmäßig mehrere Stunden. Am Ende wird über das Ergebnis der MPU ein Gutachten erstellt.

Im Falle einer positiven MPU wird die Fahrerlaubnis in der Regel erteilt. Bei einer negativen MPU bleibt die Fahrerlaubnis entzogen. Auch möglich ist, dass das MPU-Gutachten eine Nachschulung empfiehlt.

In Heidelberg gibt es als MPU Stellen beispielsweise die TÜV Rheinland-Gruppe (Sofienstr. 6-10 in 69115 Heidelberg) oder das Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg (Bergheimer Str- 147 in 69115 Heidelberg).

Gegen die Entscheidung, dass die Fahrerlaubnis aufgrund der negativen MPU entzogen wird bzw. bleibt, ist ein Rechtsmittel möglich. Dieses sollte immer von einem auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt eingelegt werden. Wir beraten Sie hierzu gerne.